Sportfive

 

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Der Verkauf von Sportfive an die französische Mediengruppe Lagardère markiert den erfolgreichen Abschluss eines umfassenden Reorganisations- und Neuausrichtungsprozesses, der das deutsch-französische Unternehmen auf Platz eins im internationalen Markt für Sportrechte beförderte.

„Die erfolgreiche Zusammenarbeit eines international erfahrenen Deal Teams, dem es schon frühzeitig gelang, das Management für sich zu gewinnen, trug wesentlich zum Erfolg von Sportfive Transaktion bei. Für den schnellen Abschluss der Akquisition war dies von entscheidender Bedeutung. Zu dem unterstützte das Sportfive Managementteam Advent International dabei, das Geschäft schnell zu verstehen und die Banken von seinen Stärken zu überzeugen.” Thomas Rabe, CFO, RTL

Sportfive entstand aus der Fusion dreier verschiedener Firmen im Jahr 2001. Dank einer konsequenten Ausrichtung gelang es dem Unternehmen in kurzer Zeit, sich in Europa eine Führungsposition im lukrativen Markt für Sportrechte zu sichern. Zum Zeitpunkt der Akquisition war Sportfive jedoch alles andere als ein einfach zu verstehendes, überschaubares Geschäft: Aufgrund des Nischen-Status war es auch für potenzielle Wettbewerber schwierig, den wirklichen Wert des Unternehmens zu erkennen, als es 2003 zum Verkauf stand. Erschwerend hinzu kam zum damaligen Zeitpunkt eine Abneigung sowohl seitens von potentiellen Käufern als auch von finanzierenden Banken gegenüber asset light  Medienunternehmen, die die Verkaufsaussichten nicht gerade einfacher gestaltete.

Das Advent Deal-Team war anderer Auffassung. Wir erkannten schnell die zentrale Bedeutung von Sportfive für TV-Sender, Sponsoren und den sogenannten Sport-Rechteinhabern für die erfolgreiche Vermarktung von Rechten. Außerdem hatten wir dank der engen Kooperation unserer Deal-Teams in Paris und Frankfurt ein Gespür für die kulturelle Komplexität von Sportfive entwickelt und die Notwendigkeit erkannt, Veränderungen in dem Management herbeizuführen, um die inhärenten Wachstumspotentiale des Unternehmens zu realisieren. Darüber hinaus waren wir überzeugt, dass das Unternehmen von einer Neuausrichtung auf seine Kernkompetenzen profitieren werde.  

Es folgten vor diesem Hintergrund eine Reihe von tiefgreifenden Veränderungen, darunter verschiedene Akquisitionen, durch die sich die internationale Wettbewerbposition von Sportfive deutlich verstärkte. In diesem Zusammenhang war für das Unternehmen von zentraler Bedeutung der Zuschlag der UEFA in 2005 für die Vermarktung der TV Übertragungsrechte der Fußball-Europameisterschaft 2008. Damit etablierte sich Sportfive endgültig in der Liga der zu den Spitzenvertretern im internationalen Sportrechte-Management und erhöhte parallel den strategischen Wert als attraktives Akquisitionstarget für die Mediengruppe Lagardère.

Grenzübergreifende Kooperation

Sportfive entstand 2001 durch die Fusion zweier Unternehmen, die sich im Besitz der Mediengruppen Bertelsmann und Vivendi befanden sowie des Agenturgeschäfts eines französischen Unternehmers. Sportfive etablierte sich schnell als Europas führende Agentur für Sportrechte und vermarktete die Übertragungs- und Merchandising-Rechte einer Vielzahl namhafter Sportrechte-Inhaber. Wenngleich das Portfolio ein hohes Maß an Diversifizierung aufwies, so lag der Fokus primär auf dem hochgradig lukrativen Fußballmarkt. Zu den Kunden des Unternehmens zählten u.a. über 250 Fußballvereine, 30 Fußballvereinigungen, 10 Ligen sowie eine Reihe führender Fußballclubs aus ganz Europa.

Das Unternehmen war einzigartig, was die Transaktion nicht gerade einfach machte. Sportfive war an den Börsen in Paris und Frankfurt gelistet. Die operative Struktur war kompliziert: Unter anderem gab es zwei heterogene Managementteams, die die Geschäfte in Deutschland und Frankreich führten, aber nie integriert wurden. In vielerlei Hinsicht handelte es sich um ein globales Geschäft mit den Herausforderungen einer internationalen Organisation.

Der Verkaufsprozess in 2003 wurde unter der Federführung der französischen Zentrale durchgeführt. Die Transaktion wurde als ein französischer Deal angekündigt und von  dem französischen CEO des Geschäfts gemanagt, der sich im Laufe des Prozess als konkurrierender Mitbieter herausstellte. Für potenzielle Käufer war es aufgrund der hohen Komplexität schwierig, den wirklichen Wert des Unternehmens zu erkennen.

Dank unseres internationalen Netzwerks waren wir in der Lage, einen wichtigen deutschen Aspekt in dem zu erkennen, was ursprünglich als rein französischer Deal präsentiert wurde: Wir fanden heraus, dass ein Großteil des Umsatzes und Ertrages von Sportfive in Deutschland erwirtschaftet wurde. Über unser Büro in Frankfurt und mit Hilfe unseres Media Teams in London konnten wir mit dem Managementteam von Sportfive in Deutschland eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen. Über unsere Netzwerke war es uns darüber hinaus möglich, uns mit einem strategischen Player zusammenzuschließen: Der im Besitz der Bertelsmann-Gruppe befindliche Fernsehsender RTL, gleichzeitig einer der Aktionäre von Sportfive, ermöglicht uns, die Transaktion schnell und erfolgreich abzuschließen.

Unmittelbar nach Abschluss der Transaktion machten sich unser französisches und unser deutsches Team an eine umfassende Restrukturierung von Sportfive. Dabei waren nahtlose Zusammenarbeit und enge Abstimmung zwischen den beiden Büros von zentraler Bedeutung.

„Die Tatsache, dass Advent International in Deutschland und in Frankreich kompetent vertreten ist, trug entscheidend zum Abschluss des Deals bei. Für das Unternehmen bedeutete dies einen echten Vorteil. Außerdem gelang es, durch engen Kontakt dem Managementteam ein gutes Gefühl zu vermitteln und in ihm das Vertrauen zu wecken, dass sie gemeinsam dieses Unternehmen zu neuen Höhen führen können.” Matthew Wheeler, Vorsitzender, Lighthouse Communications

Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten

„Ich war insbesondere von der Art und Weise beeindruckt, wie Advent International diese komplizierte Transaktion in Angriff nahm und dann im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung bei den Banken präsentierte. Advent International schrieb ein beeindruckendes Bankbook, was mitentscheidend für die erfolgreiche Syndizierung der Transaktion war.”
Matthew Wheeler, Vorsitzender, Lighthouse Communications
Nicht nur der komplizierte Verkaufsprozess stand einer reibungslosen Transaktion im Weg. Medien waren nach dem Zerplatzen der TMT-Blase 2001 kein populärer Investitionsbereich. Zudem zeigten sich auch die Banken zurückhaltend, einer Agentur für Rechtevermarktung Bankmittel zur Verfügung zu stellen, nachdem ISL, ein weltweit führendes Unternehmen in der Sport-Rechtvermarktung, Konkurs anmelden musste. Aufgrund unserer Kenntnis des Mediensektors waren wir jedoch in der Lage, Sportfive als das zu sehen, was es wirklich war: ein Content-Unternehmen mit enormem, bislang ungenutztem Potenzial.

Nachdem wir uns mit RTL zusammengetan und das Vertrauen des deutschen Managementteams gewonnen hatten, war es möglich, eine überzeugende Investment-Memorandum zu entwickeln. Gemeinsam gelang es unserem Deal-Team, eine Kaufpreisfinanzierung außerhalb vom Frankreich zu arrangieren, wo die Banken historisch Aversionen gegen Finanzierungen im Medienbereich hatten. Erreicht wurde dies durch eine detaillierte Darstellung der Stärken von Sportfive: Das Unternehmen war mehr als eine reine Agentur, sein Wert steckte u.a. in seinem einzigartigen Rechte-Portfolio. Nicht nur, dass wir die Banken von den Stärken von Sportfive überzeugen konnten, sie waren letztlich so überzeugt von der Credit Story, dass der Syndizierung mehrfach überzeichnet wurde. Letztendlich waren wir der einzige Käufer, der die Hauptaktionäre von Sportfive glaubhaft überzeugen konnte, dass wir in der Lage sein würden, die Transaktion zu finanzieren. Im Juni 2004 wurde das Unternehmen von Advent erworben.

Veränderungen umsetzen

„Advent International war gut vorbereitet, kannte sich gut im Markt aus, arbeitete eng mit dem Managementteam zusammen und schien immer einen Schritt voraus zu sein … das war das beste Projekt, an dem ich bislang mitgearbeitet habe.“ Stefan Ludwig, Deloitte

Im Anschluss an die Übernahme durchlief Sportfive einen erfolgreiche Restrukturierungs- und Neueinrichtungs-Prozess größeren Umfangs. Sie ermöglichte, dass die Integration der drei separaten Geschäftsbereiche erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde. Zu einem großen Teil beinhaltete dies die Veränderung und Verstärkung des französischen Managementteams von Sportfive auf den Ebenen 1 und 2.

Es war eine erfolgreiche Strategie, wenngleich nicht ohne Risiko. Sie erforderte umsichtiges Führen der vorhandenen Mitarbeiter und – besonders wichtig – der Kunden.

Da die Rechte-Verträge von vielen der Mitarbeiter abgeschlossen worden waren, die später das Team verließen, bestand die Gefahr, dass die Kundenbasis von Sportfive nach Ablauf der Vertragslaufzeit gemeinsam mit ihnen abwanderte. Die Restrukturierung wurde jedoch derart gestaltet, dass es dem Unternehmen möglich war, jeden größeren Vertrag erfolgreich neu zu verhandeln. Die Tatsache, dass man in der Lage war, 2006 den Vertrag mit einem der wichtigsten Kunden, der französischen Fußballvereinigung, zu verlängern, dokumentiert die ausgezeichnete und nachhaltige Marktposition von Sportfive in Frankreich.

Die Umstrukturierung umfasste auch die Integration unterschiedlicher Systemlandschaften und noch wichtiger der Kulturen der drei ursprünglichen Unternehmen. Das Verhältnis zwischen der deutschen und der französischen Zentrale war zum Erwerbszeitpunkt gespannt. Im Vordergrund stand deshalb die Integration des deutsch-französischen Management-Teams mit der Zielsetzung, dass das Management im Rahmen einer gemeinsamen Strategie an der erfolgreichen Weiterentwicklung des Erfolgs von Sportfive arbeitet. Das Managementteam selbst wurde durch zwei erfahrene Branchenprofis verstärkt:

Alain Krzentowski, verantwortlich für das operative Geschäft in Frankreich, und Laurent Scharapan als Manager verantwortlich für die internationale Entwicklung.

Der letzte Teil der Restrukturierung führte durch den Verkauf einer Reihe von Randaktivitäten zu einer klaren Fokussierung auf das Kerngeschäft. Dadurch war das Management in der Lage, sich auf die weitere Entwicklung der Kerngeschäftsbereiche zu konzentrieren. 

Internationales Wachstum

Obwohl Sportfive aus Frankreich und aus Deutschland heraus operierte, handelte es sich doch im Wesentlichen um ein global tätiges Unternehmen. Trotzdem bestand in erheblichem Maß Spielraum für Expansion.

Zwar galt Sportfive bereits als weltweit führend im Bereich Marketing- und Übertragungsrechte für Fußball, doch hatte sich das Unternehmen primär auf Europa konzentriert. Das Management sah ausgezeichnete Chancen für eine internationale Expansion Horizonts. Dies führte u.a. zur Gründung von Sportfive International in der Schweiz, welches die erfolgreiche Vermarktung der Fussball-Europameisterschaft 2008 veranstaltete.

Auch in anderen europäischen Ländern machte sich Sportfive daran, neue Territorien zu erobern. Es folgte die Expansion in den lukrativen italienischen Markt und durch Nutzung der Kontakte von Advent International bei der Identifizierung von und der Verhandlung mit interessanten Partnern der Erwerb eines britischen Unternehmens, das den Zugang zu den strategisch wichtigen Premier- und Championship-Ligen eröffnete.

Ein Meilensteinerfolg für Sportfive war 2005 der Gewinn der Ausschreibung für die europäischen Übertragungsrechte der Fußball-Europameisterschaft 2008. Es war das erste Mal, dass die UEFA eine Agentur mit der Vermarktung von Rechten beauftragte. Der Vertrag unterstrich die führende Position von Sportfive im internationalen Sportrechte-Management und etablierte das Unternehmen als einer der top player in der Branche. 

Ende 2006 managte Sportfive die Rechte von über 250 Fußballvereinen und von 30 Fußballvereinigungen und war damit die Nummer eins im europäischen Markt. Für Advent International, das Management und die Mitarbeiter von Sportfive und für die französische Lagardère Gruppe, die Sportfive 2007 übernahm, ein überaus erfolgreiches Resultat.

 

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